Seitengewehr 71/84

Technische Daten :

Gesamtlänge : 384 mm
Klingenlänge : 250.8 mm
Durchmesser des Laufrings : 17 mm

Wurde eingesetzt mit : Gewehr 71, Gewehr 71/84, Gewehr 88

Allgemeine Informationen :

Bei modernen Gewehren liegt das Magazin meistens in der Mitte der Waffe. Dadurch verändert es seine Balance kaum, egal, ob das Magazin voll oder leer ist. Bei Gewehr 71/84 liegen die Patronen jedoch aneinandergereiht in einem Röhrenmagazin längs unter dem Lauf. Ein vollgeladenes Gewehr war daher vorderlastig, mit jeder verschossenen Patrone wanderte der Schwerpunkt mehr zur Mitte. Die Vorderlastigkeit wurde durch den Gebrauch eines langen, schweren Bajonetts noch verstärkt. . Das S71 mit seiner langen Klinge und dem schweren Messinggriff war daher für das G71/84 sehr ungeeignet.

Die deutsche Heeresleitung führte daraufhin das S71/84 ein und machte damit unbewußt einen großen Schritt nach vorn. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die deutschen Soldaten lange, schwere und somit unhandliche Bajonette.
Vom S71/84 gab es Varianten mit kurzer, eckig auslaufender, und mit langer, rund auslaufender Blutrinne. Bei frühen Stücken wurde der Arretierungsknopf noch von einer Blattfeder gehalten, später ersetzte diese die innenliegende Spiralfeder. In Bayern gab es zudem eine Ausführung mit Sägerücken.

Unglücklicherweise bekamen die Soldaten als Nachfolger des S71/84 das lange S98 und es sollte noch bis kurz vor dem Ersten Weltkrieg dauern, bis wieder ein handliches Messerbajonett für verschiedene Einheiten eingeführt wird (S84/98 a.A., KS98 und S14).

Passen Sie gut auf, daß Sie tatsächlich eine deutsche Ausführung dieses Bajonetts erhalten! Es gab nahezu identische Bajonette für z.B. Österreich-Ungarn, Spanien und Argentinien. Diese unterscheiden sich von den deutschen Stücken zumindest durch die Abnahmestempel auf dem Klingenrücken. Typisch für dieses Messerbajonett sind die beiden Höcker am Griffrücken. Die Form des Knaufes (Vogelkopf) stellt eine Zwischenform vom S1871 zum S1898 dar.

Bekannte Hersteller :

A. u. A. Schnitzler, Solingen
Alexander Coppel & Cie., Solingen
C. G.Haenel, Suhl
E. & F. Hörster, Solingen
Erfurt, Kgl. Gewehr – und Munitionsfabrik, Erfurt
Österreichische Waffenfabriks – Gesellschaft (OEWG), Steyr
P. D. Lüneschloß & Cie., Solingen
Rheinische Metallwaren – und Maschinenfabrik, Sömmerda
Simson & Cie., Suhl
V. C. Schilling & Cie., Suhl
Weyersberg, Kirschbaum u. Cie., (WK & C), Solingen

Abbildungen.

 
 
 
 

 

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